ADHS Training

Motiviert Lernen

Was versteht man unter ADHS?

ADHS ist eine Aufmerksamkeitsstörung mit großer motorischer Unruhe, die vom ICD-10 (International Classification of Diseases) als einfache Aktivitäts- und Hyperaktivitätsstörung genannt wird. Das Kind ist unaufmerksam, impulsiv und hyperaktiv. ADHS kann nur diagnostiziert werden und ist mit bloßem Augen nicht feststellbar. Diese kann von klinischen Psychologen, Kinderneurologen, Kinderpsychiatern und auf ADHS spezialisierten Kinderärzten diagnostiziert werden. ADS ist eine Aufmerksamkeitsstörung ohne motorische Unruhe. Gewisse Kriterien können jedoch den Eltern helfen zu entscheiden, ob ein Verdacht auf ADS/ADHS besteht. Diese klinischen Kriterien können Sie im nächsten Absatz lesen (Laut & Schlottke, 2009)

Wie erkennt man ADHS?


Das Kind sollte eine gewisse Anzahl an Kriterien erfüllen. Diese Verhaltenshaltung soll auch
häufig vorkommen. Zeigt Ihr Kind mindestens 6 Kriterien der Unaufmerksamkeit und mindestens 3 Kriterien der Hyperaktivität und mindestens 1 Merkmal der Impulsivität in mehreren Lebenssituationen (z. B. zu Hause, in der Schule, bei Freunden, bei der Tagesmutter...) seit mindestens 6 Monaten dann sollten Sie Verdacht schöpfen. Andere Störungen oder Lernschwierigkeiten können ähnliche Verhaltensmuster verursachen, darum sollten Sie konsultieren, damit Ihr Kind geholfen werden kann. Angststörungen, Überforderung oder Unterforderung, Teilleistungsstörungen, auditive Verarbeitungsschwierigkeiten gehören auch behandelt. Der Weg der Behandlung ist natürlich eine andere. Die richtige Hilfe kann nur durch eine genaue Diagnose gewählt werden.

1. Die Unaufmerksamkeit


Ihr Kind

2. Die Hyperaktivität


Ihr Kind

3. Die Impulsivität


Ihr Kind

Bei ADS Kinder sind die Unaufmerksamkeitskriterien hoch (mindestens 6 Kriterien) jedoch die Hyperaktivitätskriterien unter 3. Es können auch Impulsivitätskriterien vorkommen. ADS Kinder werden oft übersehen. Lieber einmal zu viel kontrollieren als das Kind leiden zu lassen (Töpfer, Schürmann & Fröhlich, 2007).

Welche Ursachen hat die Störung ?

Noch wird viel geforscht. Es liegen genetische Prädispositionen vor. Die Stirnlappen der Betroffenen zeigen Unterschiede in Durchblutung und Aktivitätsniveau. Diese Zentren sind für die Hemmung von Reaktionen ganz wichtig. Auch Ungleichgewicht bei gewissen Botenstoffen (Dopamin und Noradrenalin ins Besondere) liegen vor, die für die Motivation und Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit eine wesentliche Rolle spielen.

Erziehung, Ernährung und Medienkonsum sind zwar nicht Ursache der Störung an sich, können jedoch diese verschärfen und wachsen lassen. Darum sind Elterntrainings so wichtig, damit Informationen über ADHS mitgeteilt werden und richtiges Verhalten und Umgehen mit der Störung gestärkt, erlernt und geübt wird. Das Leben mit einem ADHS-Kind ist nicht einfach und man darf Hilfe annehmen (Töpfer, Schürmann & Fröhlich, 2007).


Welche Behandlung wird empfohlen?

Aufmerksamkeitstraining und Elterntraining sind empfohlen. Oft werden sie auch kombiniert oder laufen hintereinander. Die Entscheidung mit welchem Training begonnen wird, hängt von der familiären Situation und der Diagnose ab.

Bei den Aufmerksamkeitstrainings lernt das Kind Arbeits- und Lernstrategie anzuwenden und steigert seine selektive Daueraufmerksamkeit. Elterntrainings helfen den Eltern mit dieser schwierigen und belastenden Störung besser zurechtzukommen. Sie werden beraten und unterstützt, so können sie optimal Ihr Kind helfen und die Ressourcen des Kindes entfalten.

Eine medikamentöse Behandlung wird erst empfohlen, wenn die Symptome des Kindes zu stark sind, so dass Trainings nicht greifen können. Sie sind eine kurzfristige Hilfe, damit das Kind durch Verhaltenstraining lernt, mit seiner Störung zu leben und seine Fähigkeiten zu entfalten.

WICHTIG: Medikamente heilen diese Störung nicht! Eine Behandlung nur mit Medikamenten hilft dem Kind auf langer Sicht nicht (Töpfer, Schürmann & Fröhlich, 2007).

Haben Sie zu diesem Thema noch fragen, stehe ich gern zur Verfügung